RUDER-WETTKAMPF Weißenfels und Naumburg messen Kräfte auf sportliche Weise

An die Paddel!

VON KLAUS-DIETER KUNICK

WEISSENFELS/MZ- Oxford und Cambridge machen es seit 1829 regelmäßig auf der Themse weltweit vor: Es geht um die Ruderregatta zwischen den beiden renommierten englischen Universitäten, die im Frühjahr ihre stärksten Männer-Achter ins Rennen schicken. Klar, die meisten Sportinteressierten werden das „Spektakel“ nur aus dem Fernsehen kennen. Nun ist es endlich soweit – einige Etage tiefer eifern Weißenfels und Naumburg um die Wette. Allerdings befinden sich die Boote auf der Saale nicht unmittelbar nebeneinander, sondern jeder „strampelt“ für sich. Über dieses Prozedere haben sich am Freitagnachmittag in Naumburger Rathaus die Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos), Bernward Küper (CDU), die beiden Chefs der Rudervereine Ralf Baumgart (Naumburg) und Klaus Ritter (Weißenfels) sowie die Sponsoren, das sind Ekkart Günther (Stadtwerke Weißenfels) und Sabine Zimmer (Technische Werke Naumburg) verständigt. Wer in der Zeit vom 11. April bis zum 31. Oktober dieses Jahres die meisten geruderten Kilometer zusammenbekommt, hat gewonnen. So einfach ist das. Daran teilnehmen können alle ab einem Alter von 25 Jahren, nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Das können Aktivruderer sein, aber auch diejenigen, die sich nur zum Freizeitvergnügen in ein Boot setzen. Für die jeweils geruderten Kilometer in diesem Zeitraum zahlt der Sponsor, das sind die Technischen Werke Naumburg sowie die Stadtwerke Weißenfels, dem Verein ein Kilometergeld – zehn Cent pro zurückgelegtem Kilometer stehen den Vereinen für die Nachwuchsförderung zur Verfügung. Die Kontrolle über die geruderten Kilometer erfolgt im Fahrtenbuch des jeweiligen Vereins mit einer extra Kennzeichnung „Wettbewerb-Ruderwette 2015“. Eine Zwischenauswertung der Fahrtenbücher ist am 31. Mai vorgesehen sowie am 31. August. Schirmherren sind Robby Risch und Bernward Küper. Abgemacht ist, dass der Oberbürgermeister der „Verliererstadt/Verein“ der „Gewinnerstadt/Verein“ einen Pokal spendet. „Ich hatte die Idee zu diesem Wettkampf, als ich vom Rudern zurückgekommen bin“, erzählte Frank Democh, der vom Rudern scheinbar gar nicht genug kriegen kann. Immerhin ist er in beiden Rudervereinen, im Weißenfelser und im Naumburger, Mitglied. „Die Ruderer kennen die einzelnen Abstände auf der Saale genau, sie wissen, wie viel Kilometer sie zurücklegen“, so Frank Democh. „Es wird bei diesem sportlichen Wettkampf fair zugehen“, erklärt er. Und fügt gleich hinzu: „Es wird bei diesem Wettstreit keine Verlierer geben.“ Den Gedanken der Fairness nahm Klaus Ritter spontan auf: „Auch wenn wir verlieren sollten, gehen wir fair miteinander um.“ Aber die Weißenfelser werden „Druck“ machen, den Wettstreit zu gewinnen. Der Oberbürgermeister werde nicht umhin kommen, sich ins Boot zu setzen. Symbolisch nahm Robby Risch den Ball locker auf. Vor der Aufgabe werde er sich ganz bestimmt nicht drücken, sagte er.. „Ich finde die Idee klasse“, so das Weißenfelser Stadtoberhaupt. Hier werde zugleich für den Breitensport etwas getan. Er werde den einen oder anderen Kilometer selbst rudern. „Es wird zwei Gewinner geben, das steht heute schon fest“, ergänzte sein Naumburger Amtskollege. „Es wird bei diesem sportlichen Wettkampf absolut fair zugehen.“ Der Weißenfelser Ruderverein 1884 gehört zu den größten und traditionsreichsten Rudervereinen in Sachsen-Anhalt. 1901 wird ein neues Bootshaus eingeweiht. Es wird eine Frauenabteilung gegründet. Der Verein zählt heute in etwa 200 Mitglieder. Der Ruderverein Rot-Weiß-Naumburg ist 1908 gegründet worden. Ihm gehören derzeit rund 65 Mitglieder an.

Alle Mitglieder des Weißenfelser Rudervereins sind hiermit aufgefordert sich an den Wettkampf zu beteiligen und recht viele Kilometer zu rudern.