Traditionen und Vereinsleben

Seit der Wiedergründung des WRV im Jahre 1990 wurde neben der rein rudersportlichen Vereinstätigkeit großer Wert gelegt auf das Aufleben alter Vereinstraditionen und die Entwicklung eines vielseitigen und interessanten Vereinslebens.

So sind Anrudern und die jährlich im September stattfindenden Vereinsfeste Höhepunkte des Ruderjahres. Dabei gewinnen die vereinsinternen Regatten immer mehr an Bedeutung, können doch hier vor allem die jüngsten Aktiven den Verwandten und Freunden ihr rudertechnisches Können unter Wettbewerbsbedingungen demonstrieren. Besondere „Leckerbissen“ waren die Rennen zwischen „Altherren“-Achter und Jungmannen-Vierer.

Die Anfang Januar durchgeführten Winterwanderungen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, 1999 nahmen ber 80 Wanderfreunde teil: Der jüngste „Wanderer“ war 15 Monate, der Äteste 78 Jahre alt.

Regen Zuspruch findet seit Jahren auch der Vereinsfasching. Schön wäre es, wenn er endlich wieder im Bootshaussaal, der in früheren Zeiten viele solcher Vereinsgeselligkeiten gesehen hat, stattfinden könnte.

Zum neuen Traditionsereignis geworden ist der im Frühjahr stattfindende vereinsinterne Ruderergometer-Cup. Er trägt zur guten Vorbereitung auf die neue Rudersaison bei und gibt gleichzeitig einen gewissen Aufschluß über die Wirksamkeit des individuellen Wintertrainings.

Bei der Darstellung der Aktivitäten des Vereins darf selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben, dass bei Arbeitseinsätzen (z.B. Frühjahrsputz, Bootspflege) viele freiwilligen Arbeitsstunden geleistet wurden, die sicherten, dass Bootshaus, Bootshausgelände und Rudergeräte unter den gegebenen Umständen funktionsfähig blieben.

Traditionell wird im November das Skatturnier durchgeführt und treffen sich Wanderruderer zum wöchentlichen Donnerstagsstammtisch. Bei letzterem wird selbstverständlich in alten Erinnerungen „gekramt“ und „hohe Politik“ über Verein, Kommune und Staat gemacht. Da die Wanderruderer in den Wintermonaten nicht aufs Wasser gehen, wird als sportlicher Ausgleich gekegelt.

Mit diesen und weiteren nicht genannten Veranstaltungen gelang und gelingt es, Alt und Jung des Vereins, Renn- und Wanderruderer, Eltern der Ruderjugend, Freunde und Förderer des Vereins zusammenzuführen und somit den Gemeinschaftssinn zu aktivieren.

Leider in den Dornröschenschlaf versunken ist die Tageswanderfahrt Weißenfels- Freyburg-Weißenfels im Oktober. Es ist zu wünschen, dass jemand das „Dornröschen“ wachküsst, damit diese Oktober-Traditionsfahrt wieder zum Bestandteil des Veranstaltungskalenders des Vereins wird.

Große Zustimmung fand ein Treffen der ehemaligen Ruderinnen und Ruderer des WRV, das Dagmar Ritter, Sylvia Rödiger, Ute Schlüter und Anett Nebe mit großem Engagement im Juli 1996 organisierten. Über 60 „Ehemalige“ waren mit Freude der Einladung gefolgt. Auch der Ruderkamerad Andreas Hajek, der kurz zuvor bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Goldmedaille gewann, ließ sich die Gelegenheit zu einem Plausch mit seinen ehemaligen Weißenfelser Übungsleitern und Ruderkameraden nicht entgehen. Einhellig war der Wunsch, ein solches Treffen im Abstand von zwei bis drei Jahren zu wiederholen. War dies der Ausgangspunkt einer neuen, schönen Tradition?

Um an eine Tradition anzuknüpfen, erscheint seit 1993, noch etwas unregelmäßig, wieder eine Vereinszeitung. Sie ist in erster Linie nicht als aktuelle Berichterstattung gedacht, sondern als Protokoll der Vereinsgeschehnisse, als eine Form der Vereinschronik, so wie es im Wesentlichen auch die Herausgeber der ersten Vereinszeitung 1921 beabsichtigten. Diese Zeitung wurde Ende der 30er Jahre eingestellt. In den Kriegsjahren erschienen nur „Monatliche Vereinsnachrichten“ (8 A5-Seiten, mit Schreibmaschine geschrieben).

Mit Stand vom August 1999 hat der Verein 127 Mitglieder (männlich: 91, weiblich: 36), davon sind 51 (40,2%) in der Altersklasse 9-18 Jahre. Über 50 Jahre alt sind 21 Mitglieder (16,5%). Das jüngste Mitglied ist Hannes Jänicke, 9 Jahre alt; mit 78 Jahren ist Otto-Ernst Hecker das Älteste Mitglied. Das Durchschnittsalter aller Mitglieder beträgt 29,5 Jahre (männlich: 30,9 Jahre, weiblich: 26,1 Jahre). Die Altersgruppe 19-26 Jahre ist mit 10,2% zur Gesamtmitgliederzahl relativ schwach vertreten. Daraus leitet sich für den Verein die Aufgabe ab, das Vereinsleben noch attraktiver, noch anziehender zu gestalten, um junge Menschen ab dem 18. Lebensjahr ideell mehr an den Verein zu binden.

Seit 1999 ist der Weißenfelser Ruderverein Mitglied des Deutschen Ruderverbandes, des Landessportbundes Sachsen-Anhalt und des Ruderverbandes Sachsen-Anhalt. Durch engagierte ehrenamtliche Mitarbeit in verschiedenen Verbandsgremien leistet unser Verein einen wesentlichen Beitrag bei der erfolgreichen Entwicklung des Landesverbandes. Als Ausdruck der Anerkennung dieser Aktivitäten betrachten wir die Entscheidung des Präsidiums, den 5. Rudertag des Landesverbandes im Februar 1999 in Weißenfels durchzuführen.

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