… nach der Wende

Mit der politischen Wende 1989 wurden zwar auch in Weißenfels Organisationsformen der sportlichen, im speziellen der rudersportlichen Betätigung aufgelöst, aber die große Chance war gegeben, unter den neuen politischen Bedingungen in einem politisch unabhängigen Verein den geliebten Rudersport auszuüben. Und diese Chance wurde genutzt: In der Gründungsversammlung am 16. Mai 1990 wurde der „Weißenfelser Ruderverein von 1884 e.V.“ ein „zweites“ Mal aus der Taufe gehoben. Als Vorsitzender wurde Ruderkamerad Klaus Ritter gewählt.

Mit Eifer wurde der Trainingsbetrieb der Rennruderer weiter betrieben, und mit Stolz kann unser Verein eine Vielzahl von Erfolgen registrieren, die seit 1990 bei Regatten, Landesmeisterschaften und Bundeswettbewerben im Kinder- und Jugendbereich erzielt wurden.

In den Jahren 1992 bis 1999 wurden bei den Landesmeisterschaften Sachsen-Anhalts 35 Titel und eine Vielzahl von zweiten und dritten Plätzen erkämpft. Im Jubiläumsjahr 1999 verlief die Meisterschaft besonders erfolgreich: 7 Gold-, 9 Silber- und 7 Bronzemedaillen.

Es fällt schwer, einzelne Sportler aus dem Kreis der Ruderinnen und Ruderer, die in den vergangenen Jahren das gute Ansehen des Weißenfelser Rudervereins durch hervorragende Ergebnisse bei Regatten und Wettbewerben mitgeprägt haben, namentlich zu nennen. Denn alle, die für die Farben unseres Vereins mit hohem Einsatz kämpften, gaben ihr Bestes und legten Zeugnis ab für die gute Vereinstätigkeit.

Stellvertretend sollen jedoch einige Sportler gewürdigt werden, die auf mehrere Titel und stets gute Platzierungenin allen ihren Rennen stolz sein können: Kerstin Rotter, Saskia Stieber, Franziska Wagner, Franziska Schlüter, Holger Kermer, Tom Fergin, Christian Probst, Sebastian Löwe. Christian Schreiber, seit 1994 im Leistungszentrum Halle trainierend, beweist mit seinen Erfolgen im besonderem Maße die gute Nachwuchsarbeit im WRV. Er wurde mit dem deutschen Doppelvierer der Junioren 1997 Vizeweltmeister, 1998 Weltmeister und 1999 Nations-Cup-Sieger.

Besonderen Anteil an den genannten Erfolgen haben die Trainer Dagmar Ritter und Egon Fergin, die trotz ihrer beruflichen Belastung weder Zeit noch Mühe scheuen, um Woche für Woche den Trainingsbetrieb zu sichern und die Aktiven auf ein gutes Abschneiden bei Regatten und Wettbewerben vorzubereiten und zu motivieren.

Ganz natürlich ist es, dass durch schulische, berufliche und andere private Gründe Vereinsmitglieder den aktiven Rudersport aufgeben oder sich anderweitig binden. Gleiches gilt für Trainer, Übungsleiter und Betreuer. Dem unermüdlichen Wirken von Dagmar Ritter und Egon Fergin ist es in erster Linie zu verdanken, dass immer wieder aus dem Kreis der aktiven und nicht mehr aktiven Ruderer sich Vereinsmitglieder bereit erklären, als Übungsleiter oder Betreuer den Trainings- und Wettkampfbetrieb und damit in letzter Konsequenz den Weißenfelser Rudersport zu sichern. Allein der Transport der Sportler zu und von den Regattaorten, anderen Sportveranstaltungen und Ferienfreizeiten bedarf einer enormen Einsatzbereitschaft.

Trotz aller Querelen und Probleme ist es in den vergangenen Jahren dem Vorstand gelungen, das Bootshaus als „Heimstätte“ der Weißenfelser Ruderer, zunächst bis zum Jahre 2019, zu erhalten. Es ist zu hoffen, dass auch alle anderen mit der optimalen Gesamtnutzung des Bootshauses im Zusammenhang stehenden Probleme (z.B. Sanitäranlagen, Bewirtschaftung) in absehbarer Zeit zum Nutzen des Weißenfelser Rudervereins, aber auch im Interesse der Bürger von Weißenfels (als Ausflugsziel wie in früherer Zeit) gelöst werden. Damit wäre dem Vermächtnis der Erbauer, die vor 75 Jahren unter schwierigen finanziellen Bedingungen (Inflation) und mit enormen Eigenleistungen unser schönes Bootshaus errichteten, Rechnung getragen.

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