Planung und Bau des heutigen Bootshauses

Da das Bootshaus zu klein geworden und das Rudern durch Schleusen und starken Gondelverkehr innerhalb des Stadtbereiches gehemmt war, wurde 1919 beschlossen, ein neues Bootshaus außerhalb der Stadt in der Nähe von Beuditz zu bauen. Ein ca. 17000m² großes Gelände am Beuditzer Hang wurde gekauft und in den folgenden Jahren durch umfangreiche Erdarbeiten in harter freiwilliger Arbeit der Vereinsmitglieder für den Bau des Bootshauses erschlossen.

1920. Herr Fritz Kuntze stellte sein Amt als 1. Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung, er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum 1. Vorsitzenden wird Herr Georg Oppel und zum 2. Vorsitzenden Herr Fritz Fülle gewählt. Es wurde beschlossen, eine eigene Vereinszeitung herauszugeben.

1. September 1921: Feierliche Grundsteinlegung für das heutige Bootshaus

Für den Bootshausbaufonds wurde eifrig gespart. Jedes Mitglied mußte Umlagen zahlen und Anteilscheine zeichnen.

1921. Erstmalig erschien die Vereinszeitung.
Das im Neubau der Oberschule, heutige Goethe-Gymnasium, eigebaute Ruder-Bassin wurde in Benutzung genommen.

Auf Vorschlag des 1. Vorsitzenden wurde in einer außerordentlichen Versammlung beschlossen, das in Beuditz gelegene Gartenrestaurant „Heiterer Blick“ Käuflich zu erwerben. Die erheblichen Mittel dazu wurden durch freudige Opferbereitschaft vieler Mitglieder und durch den Neubaufonds beschafft. Da das neuerworbene Grundstück in der Nähe des gekauften Beuditzer Hanges lag, wird der Plan erwogen, vorläufig am Hange nur einen Bootsschuppen zu errichten und im „Heiteren Blick“ ein Klubzimmer einzurichten. Der Festsaal war dort schon vorhanden.

Am 1.September 1921 fand die feierliche Grundsteinlegung zu dem heutigen Bootshaus statt. Urkunden, Zeitungen, Geldstücke und Geldscheine, in einer Kassette verwahrt, wurden in den Grundstein eingemauert. Eifrig wurde am Steilhang gehackt: Arbeitsdienst wird für alle Aktiven eingeführt, wöchentlich vier Stunden, die vom Aufsichtführenden bescheinigt werden. Sogar die Trainingsleute hackten nach dem Rudern noch tüchtig mit. 1923. Nach langer Beratung wurde beschlosssen, nicht nur für den geplanten Bootschuppen, sondern das ganze Bootshaus nach den Plänen des Vereinsmitgliedes Stadtarchitekt Boy Paysen zu erbauen. Das Grundstück „Heiterer Blick“ wurde wieder verkauft. Der Erlös wurde zum Bootshausneubau mit verwendet, der dadurch nun beschleunigt ausgeführt werden kann. Umfangreiche Erdarbeiten waren zu bewältigen. Der zum Teil felsige Untergrund musste gesprengt werden. Das alte Bootshaus in der Leipziger Straße wurde abgebrochen, da das Material beim Neubau verwendet werden sollte.

Am 6.September 1923 fand die erste Vereinssitzung in dem fertiggestellten neuen Klubzimmer des Bootshauses feierlich statt.

18. Mai 1924: Weihe des neuen, nunmehr dritten Bootshauses des WRV

1924. Der Neubau wurde energisch gefördert. Auch der alte Saal im „Heiteren Blick“ wurde abgebrochen, um das Material zu verwenden. Da die gesamte Dachkonstruktion beim Neubau benutzt werden sollte, hatte der geplagte Architekt Paysen so manche schwere Stunde durchzukämpfen. Unter Bewältigung vieler Schwierigkeiten, der Inflation und das Materialmangels z.B. Zement, Steine, Eisen etc. konnte doch der Bau zu Ende geführt werden.

Am 18. Mai 1924 fand die feierliche Weihe des neuen Bootshauses unter Beteiligung der staatlichen und stadtischen Behörden, der Kartellvereine und vieler Vertreter befreundeter und benachbarter Rudervereine statt. Damit war eine gute Basis geschaffen für die weitere Entwicklung des Rudersportes in Weißenfels und Umgebung. In späteren Jahren wurde noch die Betonstützmauer gegen Erdrutsch (1926), eine Steinstufentreppe am Hang Beuditz (1927) und eine Stützmauer längst des Bootshauses (1928) gebaut. 1927 wurde brigens ein Gelände von ca. 2800 m², oberhalb des Bootshauses gelegen, gekauft, um dem WRV für spätere Ausdehnungsmöglichkeiten zu sichern.

1933 besaß der Verein 23 Boote. Der Wettkampfsport wurde weiter aufgebaut, Weißenfelser Ruderer siegten auf nationalen Regatten 150 mal.

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