Neues Bootshaus und Frauenabteilung als Neuerung

Da sich das Bootshaus als zu klein erwies und Hochwasser oft Schwierigkeiten bereiteten – die Saaletalsperre gab es noch nicht-, entschloss man sich, ein neues Bootshaus mit Dusch- und Umkleideräumen im gepachteten Garten des Grundstücks Leipziger Strasse 66 zu bauen. Auch das neue Bootshaus war als Holzbau ausgeführt: Vor einer geräumigen Bootshalle war ein gefälliger Vorbau mit je einer Veranda im Paterre und im 1. Stock. Das geräumige Klubzimmer befand sich im 1. Stock, während sich die Dusch- und Umkleideräume hinter der Bootshalle befanden. Am 22. September 1901 wurde es in Anwesenheit vieler Gäste und Ruderfreunden aus nah und fern seiner Bestimmung übergeben. 1901 hatte der Ruderverein 13 Boote und 67 Mitglieder.

1900 wurde das Ruderkartell gegründet, dem zunächst folgende Rudervereinigungen angehörten:
Berliner Ruder-Club“Sport-Borussia“, Berlin
Ruder-Club Dessau
Ruder-Club „Nelson“ Halle
Leipziger Ruder-Club Grnau von 1866

Im Sommer 1902 besuchte dieses Ruderkartell den Weißenfelser Ruderverein, um mit ihm den 2. Kartelltag festlich zu begehen. Dieses Ereignis war der Anlass, das auch der WRV als fünfter Verein dem Kartell beitrat. Der Wahlspruch des Freundschaftsbundes der Ruderer lautete: „Freundschaft und Kameradschaft sei’s Panier“. In diesem Sinne fanden bis Anfang der dreissiger Jahre jährlich Kartelltage mit wechselden Versammlungsort statt, die stets großer Zustimmung fanden und die Freundschaft zwischen den Rudergemeinschaften des Kartells vertiefte. 1904 wurde vom Ruder-Club „Sport-Borussia“ Berlin ein Rennachter preiswert gekauft und feierlich in den Bootstand übernommen. Dazu musste zur Lagerung des Bootes die Bootshalle zum Teil erweitert werden. Im Jahre 1910 wurde eine Schüler-Abteilung gegründet. Herr Studienrat Genzel (heutige 4-Kilometermarke: „Genzelsruh“) förderte mit viel Geschick, Lust und Liebe das Schülerrudern.

1911 wurde eine Frauen-Ruder-Abteilung ins Leben gerufen. Die Damen ruderten in blauen Röcken, weißen Blusen mit Ärmeln bis zum Handgelenk und langen Strümpfen. Sie wurden oft von der Bevölkerung verspottet.

Weißenfelser Rennruderinnen im Riemenvierer

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